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Panikhunde


Romeo

Mein Name ist Romeo, ich bin ein Grey, geb. ca 2003. Ich stelle mich mal lieber selbst vor. (Es ist Sommer 2008) Bevor ich nach Deutschland gekommen bin, hat man mehrere Monate versucht, mich einzufangen. Dann hat man versucht mich handzahm zu machen...

Nach 3 Monaten durfte die Person, die sich um mich gekümmert hatte, bis auf einen Meter an mich heran. Alle Anderen mussten mindestens 20 m Abstand halten. Meine Mama war gerade zu einer Fortbildung, während eine Freundin Rudel und Haus hütete.

In der Zeit kam der Anruf... Mama bekam dann nur eine SMS von der Freundin, dass sie einen neuen Angsthund bekommt. Ich kam zusammen mit Canela per Flieger. Sie (kein Problemhund) durfte mit, weil ich sie kannte und es gerade 2 Fugpaten gab. Inzwischen hat sie ein tolles Zuhause in der Nachbarschaft gefunden und kommt öfter mit auf unseren großen Platz.

Ich habe versucht, Unachtsamkeiten beim Abholen vom Flieger, Einsteigen ins Auto usw. zur Flucht zu nutzen, aber das klappte nicht, meine Abholerinnen (Mama und eine Freundin) wussten, auf was sie sich eingelassen haben... das war am 3. Jan. 2008...

Das Gelände hier ist groß, ich bin Mama weit aus dem Wege gegangen. Wie die Hundetüren funktionieren, habe ich in 2 Min. herausgefunden... man kann hier kommen und gehen, wann man möchte. Weil ich Mama aus dem Wege gegangen bin, sah es für die Hundekumpels so aus, als hätte ich auch vor denen Angst...

Ich war also erst mal der letzte in der Rangordnung... Das Rudel wird von einer starken Frau (Mastin de los pirineos) geführt. Der dritte der Rangordnung ist Angel, auch ein Grey... und der duldete mich als Schatten. Wo Angel war, war auch ich, in Angels Schatten habe ich mich in der Rangordnung langsam hochgearbeitet. Lecker Essen wird mir hingestellt, ich traue mich aber schon bis an die Küchentür...

Mama achtet drauf, dass der große Azawakh-Mix bei ihr bleibt, damit er mich nicht aus meinem Napf werfen kann. Alle anderen Kumpels können locker an mir vorbei gehen, auch wenn ich noch fresse. Oft hat Mama ihre Arbeitsfolge geändert, wenn Mama auf der Wiese ist, traue ich mich nicht zu rennen. Da muss ich ja aufpassen, das sie nicht zu dicht kommt...

Oft hat sie, wenn wir gerade am Toben waren, mit Freudentränen in den Augen heimlich hinter der Hausecke gestanden und uns zugesehen, statt zu arbeiten. Einmal habe ich das mitgekriegt, habe aus vollem Lauf gestoppt und sie gaaaaaaaaaaaaaaaaanz lange angesehen. Mama hat gesagt: Lauf weiter Süßer, und das habe ich dann auch gemacht. Seit dem traue ich mich, wenn Mama die Haufen einsammelt, ihr mit meiner spitzen Nase in den Popo zu pieksen..... ich bin aber ganz schnell wieder weg...... (Angst habe ich nicht, aber laufen kann ich) Ich schaffe es auch schon, ruhig im Gras liegen zu bleiben, wenn Mama mindestens 5 m Abstand hält. Wenn Mama mit der großen Leckertüte oder einem Tablett voll Pansenstücken kommt, wird sie vom Rudel sofort umlagert. Ich stehe immer in der zweiten Reihe....... Ihr wisst schon, sicherheitshalber ein Kumpel dazwischen..... irgendwann springe ich dazwischen, reiße Mama das Objekt meiner Begierde aus der Hand und..... weg bin ich wieder....... verziehe mich, um in Ruhe zu speisen.

Ein paar mal, wenn ich Platz zum Abhauen hatte, habe ich auch schon mal meinen Kopf unter Mamas Hand geschoben, aber nur ganz kurz und...........schnell wieder weg.... man weiß ja nie...... Sommer 2009 Inzwischen bin ich einer von denen, die sich beim Streicheln immer vordrängeln…… allerdings nur, bei Mama. Wenn fremde Menschen mit auf dem Platz sind oder in unserem Auslauf auftauchen, gehe ich ganz schnell in Deckung. Na ja, wenn Mama vertrauenswürdig ist, müssen das ja auch nicht gleich alle Menschen sein….. wer weiß….. ich bin da lieber vorsichtig……..

Weil ich inzwischen zwar Mama traue, aber Anderen nicht und außerdem noch über 1,60 m hohe Zäune klettern kann und ich tierischen Jagdtrieb habe, geht meine Mama davon aus, dass es besser ist, wenn ich bei ihr bleibe……
Ja, das finde ich auch.

05.08.2009 Auch Panikhunde wie Romeo haben hier ihren Spaß, rennen gerne mit den Anderen. Romeo macht sich gut, wird gelassener und verringert seine Fluchtdistanz zusehends.

Romeo_lauft_auf_uns_zu


Saint Michel

Sommer 2009 Auch ich, Saint Michel, werde mich mal lieber selbst vorstellen. Ich bin ein Galgo-Grey-Mix, geb. ca. 2006. Ich wurde von meinem Menschen in Spanien zum töten gebracht, weil Zitat: Trotz täglichen kräftigen Verprügelns nicht zur Jagd zu gebrauchen Ich kam dann zu einer privaten Tierschützerin in Spanien, die es furchtbar gut mit mir meinte, mich aufnahm, obwohl sie schon 30 Hunde in einer 2-Zimmerwohnung mit 50 m² Innenhof hatte. Über Zwangsstreicheln wollte sie mich aus meiner Angst herausholen. Weil ich aber jede Menge Angst zeigte, bezog das Hunderudel das natürlich auf sich………

und schon war ich der „Underdog“ des Rudels dort. Die haben mich vielleicht zusammengebissen…. Ich kann Euch sagen…..

Dann bot sich eine nette Frau aus Bonn an, mich Angsthund in Pflege zu nehmen. Ein paar Wochen vor meiner Ausreise nach Deutschland wurde die nette Frau in D darüber informiert, dass ich ein Panikhund sei….. damit hatte sich der Pflegeplatz erledigt, weil der netten Frau klar war, dass sie das nicht leisten kann. Aber die nette Frau hat ihre Vorderpfoten nicht in den Schoß sondern auf die Tastatur des Rechners gelegt und für mich organisiert, dass ich auf den Engelhof durfte. Nun bin ich schon ein paar Monate auf dem Engelhof.

Im Anfang war es so, dass ich irgendwie eine Tarnkappe aufhatte. Irgendwie wurde ich von Mama nicht gesehen…. Das hatte den Vorteil, dass ich keine Angstreaktionen zu zeigen brauchte und deshalb auch nicht zum „Underdog“ wurde. War natürlich in der Rangordnung noch etwas weiter unten, aber wurde von den Kumpels, besonders von Angel, „Minister für Soziales“ vernünftig behandelt. Nachdem im Anfang 20 m Mindestabstand Gesetz waren, laufe ich meiner Mama jetzt so dicht hinterher, dass ich öfter in ihre Latschen trete….. aber Anfassen….

Nee nee nee, wenn ich ganz viel Mut habe, darf Mama mich mal kurz streicheln, was war bisher 4 x der Fall. Aber ich beginne gleichzeitig auch zu anderen Menschen etwas Vertrauen aufzubauen. Von da her meint meine Mama, dass ich eventuell in ein oder 2 Jahren vermittlungsfähig sein werde.

 

08.08.2009 Für St. Michel war der Besuch am 05.08. nicht ganz so angenehm, eine der Besucherinnen pfiff nach ihrer Hündin in einer Tonlage, die St. Michel wohl aus böser Vergangenheit kannte. Er schreckte aus seinem Sonnenbad hoch…… die blanke Panik in den Augen. selbst heute, 3 Tage später ist er noch nicht wieder der Alte.

   


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Beate-Regine@t-online.de